Was für ein Pferdemensch möchtest DU sein?
Der blinde Fleck im Pferdetraining
Wir sprechen im Pferdetraining so selbstverständlich über Ausbildungsskalen, Trainingspläne, Sitz, Hilfen, Timing, Gymnastizierung. Und das ist wichtig. Keine Frage. Aber es gibt einen Bereich, der immer noch viel zu selten wirklich angeschaut wird. Uns selbst.
Oft geht es darum, was das Pferd lernen soll. Wie es sich entwickeln soll. Wie schnell oder wie korrekt etwas klappt. Viel seltener fragen wir uns, mit welchem inneren Zustand wir eigentlich ins Training gehen. Mit welcher Erwartung. Mit welchem Druck. Mit welchem Bild im Kopf.
Anna und ich glauben fest daran, dass wir unser Leben mit den Pferden und auch unser Training auf ein komplett neues Level heben können, wenn wir nicht ständig nur das Pferd anschauen, sondern uns selbst genauso ehrlich unter die Lupe nehmen.
Natürlich darf und soll das Pferd lernen. Es darf sich entwickeln. Es darf wachsen. Aber was ist eigentlich mit uns?
Das klassische Pferdetraining geht oft davon aus, dass wir an unserem Sitz arbeiten, an unserer Hilfengebung, an unserem Timing und an unseren Fähigkeiten. Der mentale Aspekt dagegen wird erstaunlich häufig übergangen oder gar nicht erst betrachtet. Dabei sind doch wir diejenigen, mit denen es steht und fällt.
Wie wir arbeiten.
Wie wir fragen.
Wie wir auftreten.
Was wir innerlich mitbringen.

Pferde als ehrlicher Spiegel
Zwei Menschen können einem Pferd exakt dieselbe Aufgabe stellen. Das Pferd hat denselben Ausbildungsstand, dasselbe Vorwissen. Und trotzdem wird das Ergebnis in den meisten Fällen völlig unterschiedlich sein.
Warum?
Weil das Pferd ein unfassbar ehrlicher Spiegel ist.
Ein Spiegel für das, wo wir stehen. Für unser Mindset. Für unsere persönliche Entwicklung. Für die Art von Pferdemensch, die gerade vor ihm steht. Wie fordernd wir sind. Wie zurückhaltend oder wie dominant. Wie wir Fragen stellen. Und wie das Ergebnis in unserem Kopf vielleicht schon aussieht, bevor das Pferd überhaupt angefangen hat, die Aufgabe zu lösen.
Wie wir unserem Gegenüber begegnen, entscheidet nicht nur zwischen Menschen über Nähe oder Distanz. Auch im Pferdetraining macht das einen riesigen Unterschied.
Und da stelle ich mir wirklich die Frage: Wie kann es sein, dass wir diesen Aspekt so wenig beleuchten, während wir mit so feinen, sensiblen Lebewesen wie Pferden arbeiten?

Wenn wir anfangen, uns selbst zu beobachten
Meine eigene Reise in den letzten zwei, drei Jahren hat mir sehr klar gezeigt, wie groß dieser Unterschied sein kann. Dass ein und dasselbe Pferd einem komplett anders begegnet, je nachdem, mit welchem inneren Zustand man ihm gegenübertritt.
Wenn wir anfangen, uns selbst zu beobachten. Wenn wir merken, wann unser Ego laut wird. Wann wir etwas unbedingt wollen. Wann wir Druck machen, obwohl wir es vielleicht gar nicht müssten. Wenn wir uns trauen, das anzuschauen, ohne uns dafür zu verurteilen, werden plötzlich Dinge möglich, die vorher blockiert waren.
Oft reden wir mit uns selbst härter, als wir es jemals mit einem guten Freund tun würden. Wir setzen uns unter Druck, haben Erwartungen, wollen funktionieren. Und manchmal tragen wir genau dieses innere Klima mit ins Training.
Das Pferd spiegelt uns dann sehr deutlich, dass es mit einem Menschen, der so viel Druck mitbringt, nicht unbedingt gerne zusammenarbeitet. Natürlich können wir unseren Willen durchsetzen. Natürlich machen viele Pferde irgendwie mit.
Aber die wahre Magie beginnt dort, wo das Pferd uns gerne als Partner hat. Wo es mit uns arbeiten möchte. Wo es uns glaubt, dass wir es fair meinen. Wo es nicht ausweicht, sondern sich einbringt.
Bewusst entscheiden, welcher Pferdemensch Du sein möchtest
Es ist menschlich, dass wir ehrgeizig sind. Es ist menschlich, dass unser Ego manchmal laut wird. Niemand soll das morgen einfach abschalten. Darum geht es nicht.
Es geht darum, bewusst zu werden.
Sich ehrlich zu fragen:Was für ein Pferdemensch möchte ich sein?Mit welcher Intention trete ich meinem Pferd gegenüber?Wie möchte ich fragen?Wie möchte ich führen?
Für manche klingt das vielleicht erst einmal sehr spirituell. Ist es aber nicht. Es ist nichts anderes als Bewusstheit. Die Entscheidung, nicht gedankenlos höher, schneller, weiter zu wollen, sondern sich klarzumachen, was man eigentlich erreichen möchte und wie man es so formuliert, dass beide dabei wachsen können.
Der achtsame Pferdemensch bedeutet nicht, weichgespült oder weltfremd zu sein. Sondern Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Wenn Du merkst, dass Dich diese Gedanken nicht mehr loslassen, wenn Du spürst, dass da noch eine Ebene im Training existiert, die Du tiefer verstehen möchtest, dann komm doch noch ganz spontan in Anna und mein Webinar "The Mindful Equestrian - Was für ein Pferdemensch möchtest DU sein?" am 7. März um 18 Uhr. Anmelden kannst Du dich hier. Dort gibt es auch noch mehr Infos. |
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